Eure Beziehung steckt aktuell in einer Krise? Und Du würdest gerne aus
dieser wieder herausfinden? Du bist deshalb am Überlegen: Ist eine Trennung
auf Zeit sinnvoll? Ja oder nein? Und wie lange sollte sie überhaupt gehen?

Fragen, die auch ich mir gestellt habe. Denn einst ging es mir genauso wie
Dir: Meine Beziehung steckte ebenfalls in einer Krise. Und zwar in einer
sehr tiefen. Gespräche und Co halfen uns nicht weiter. Bis wir beschlossen,
es mit einer Trennung auf Zeit zu versuchen.

Ich hatte ehrlich gesagt ziemliche Angst davor. War dieser Schritt nicht
doch zu drastisch? Würde ich IHN, meinen Partner, auf diese Weise nicht
erst recht verlieren? War das Risiko also zu groß?

Doch gab es keinen Ausweg. Zumindest für uns beide nicht. Aus diesem
„Experiment“ habe ich so einiges mitgenommen. Ich habe sehr viel gelernt.
Und dieses Wissen will ich nun an Dich weitergeben.

In diesem Beitrag, um genau zu sein. Was Dich erwartet? Lies selbst:

1) Ist die Trennung auf Zeit sinnvoll oder nicht?

2) Was sind die Vor- und Nachteile einer solchen Regelung?

3) Wie lange sollte die Trennung auf Zeit überhaupt gehen?

4) Was ist, wenn Kinder mit im Spiel sind?

5) Kann man sich auch in einer gemeinsamen Wohnung auf Zeit trennen?

6) Und wie fällt mein Fazit aus?

Zeit, all diese Fragen zu beantworten! Bist Du bereit? Dann los:


Trennung auf Zeit – ist es sinnvoll oder nicht?

Tja, wenn sich das so einfach sagen ließe…. Denn wie immer im Leben: Es ist
nicht so einfach. Und es kommt immer auf die Beziehungsumstände an! Auf die
jeweilige Situation also. Vielleicht hilft es bei den einen. Bei den
anderen wiederum nicht.

Ich habe gründlich darüber nachgedacht. Wann eine Trennung auf Zeit
wirklich Sinn ergibt:

Sie ist sinnvoll, wenn…

  • Man in der Beziehung nicht mehr reden kann:
    Ihr beide habt es wirklich versucht. Habt scheinbar endlose
    Gespräche geführt. Tag für Tag.

    Doch haben Euch diese Gespräche einfach nicht weitergebracht. Im
    Gegenteil: Ihr habt Euch irgendwann nur noch im Kreis gedreht.
    Vielleicht mit Vorwürfen überschüttet. Und die Enttäuschung, der
    Frust, die Konflikte waren umso größer…


  • Jeder Versuch der Konfliktlösung in Sackgasse endet:

    Ihr steckt fest. Das merkt Ihr ganz deutlich. Weil Ihr Euch einfach
    nicht aufeinander zu bewegen könnt. Aus welchen Gründen auch immer.

    Die jeweiligen Konflikte lassen sich also nicht auflösen. Im
    Gegenteil: Sie scheinen nur noch größer zu werden. Was jetzt? Wie
    aus dieser Sackgasse herausfinden?


  • Wenn man sich liebt, aber merkt, dass es festgefahren ist:

    Mitunter ist es so: Man ist schlicht und einfach gefangen. Im
    Alltag. Weil der so wahnsinnig stressig und fordernd ist. Weil man
    schlicht und einfach nicht mehr die Kraft hat, bestimmte Dinge in
    die Wege zu leiten. Obwohl das gut für die Beziehung wäre.
    (Vielleicht.)

    Oder weil man sich in gewissen Punkten einfach nicht auf den
    anderen zubewegen KANN. Weil es gegen die eigenen Werte oÄ
    verstoßen würde, zum Beispiel.

    Fakt ist: Es ist festgefahren. Und beide kommen da auch nicht mehr
    heraus. Zumindest nicht mit den bisherigen Mitteln.


  • Aber auch, wenn man sich der Liebe unsicher ist und es in der
    Auszeit herausfinden will:

    Es kommt häufig vor, dass in der Beziehung Zweifel auftauchen. An
    der Liebe des Anderen beispielsweise: „Liebt er oder sie mich immer
    noch so wie zu Beginn? Oder hat sich das in der Zwischenzeit
    geändert?“

    all das sind Fragen, die zur Unsicherheit mit beitragen. Eine
    Auszeit kann helfen, das in Erfahrung zu bringen. Und nicht selten
    kommt es vor, dass der Andere den persönlichen Wert des Partners,
    der Partnerin wieder entdeckt. Erkennt, was er/ sie eigentlich an
    ihr/ ihm hat. Eben WEIL man nun nicht mehr ständig zusammen ist.
    Weil die Liebe sozusagen auf Bewährung ist.

Sie ist nicht sinnvoll, wenn…


  • Wenn nach Streitereien der Konflikt gelöst wird und sich die
    Bindung gestärkt anfühlt:

    Dann hat es sich mehr oder weniger erledigt. Denn das größte
    Hindernis für eine erfüllte und glückliche Beziehung ist nun ja aus
    dem Weg geräumt. Warum sollte man diesen „Drive“, den die
    Partnerschaft nun hat, bremsen? Eben!


  • Wenn ein Streit eine Kurzschlussreaktion auslöst, die zur
    Trennung auf Zeit führt:

    Wichtig ist, eine Trennung auf Zeit immer wohl zu überlegen. Sie
    bewusst einzuleiten. In Rücksprache mit dem Anderen. Es braucht
    somit eine umfassende Kommunikation. Und klare Regeln! Bei einer
    spontanen Durchführung ist das jedoch nicht der Fall. Und dann kann
    die Trennung auf Zeit leider so einiges kaputt machen…

  • Wenn ihr den Sinn einer solchen Maßnahme wisst:
    Erinnert Euch: Es geht darum, herauszufinden, wo Eure Beziehung
    steht. Was Ihr für den Anderen noch empfindet. Eure Liebe ist nun
    auf dem Prüfstand. Und genau das soll in dieser Zeit herausgefunden
    werden.

  • Wenn die Liebe auf beiden Seiten einfach tot ist:
    Warum sollte man dann überhaupt noch zusammen bleiben? Und die
    Hoffnung auf ein Zusammenkommen noch aufrecht erhalten? Ganz
    ehrlich: Das ergibt keinen Sinn! Und eine direkte Trennung ist in
    diesem Fall einfach besser. Und sinnvoller. Ganz abgesehen davon,
    dass Ihr nichts von Eurer kostbaren Lebenszeit verschwendet…

Trennung auf Zeit – Erfahrungen und Vor- und Nachteile

Ja, eine Trennung auf ihre Zeit hat (auch) ihre Vor- und Nachteile. Welche
das sind? Das möchte ich Dir in dem folgenden Kapitel aufzeigen!

Die Vorteile

– Man findet wieder zu sich:
Denn nun hast Du die Zeit dafür. Vielleicht erkennst Du, wie sehr Du damit
beschäftigt warst, Dich um Deinen Partner zu kümmern. Oder um Deine
Partnerin. Deine eigenen Bedürfnisse kamen dabei vielleicht zu kurz. Die
Trennung auf Zeit ist also eine Chance. Und zwar jene, sich darüber im
Klaren zu werden. Und sich zu fragen: „Was will ICH eigentlich?“!

– Man kann über die Beziehung reflektieren:
Das geht mit Abstand in der Regel sehr viel besser. Wenn man mit dem
Anderen zusammen ist, rutscht man nämlich wieder in bestimmte
Verhaltensweisen hinein. Verharrt in gewissen Mustern. All das verhindert
eine gründliche Analyse. Deshalb tut Abstand mitunter sehr gut!


– Die Streitereien sind weg, was hilft aus der emotionalen Wuthaltung
zu kommen:

Und Du kannst mehr oder weniger neutral erkennen: Darum oder darum geht es
WIRKLICH. Du erkennst die jeweiligen Probleme und Konflikte in Eurer
Beziehung. Kannst sie gründlich analysieren. Und bist nicht mehr in diesem
ständigen Zustand der Wut. (Was ehrlich gesagt auch recht anstrengend sein
kann. So auf Dauer.)


– Es könnte bei beiden Verständnis und eine deutliche Verbesserung
auslösen!

In dieser Zeit könnt Ihr wertvolle Impulse gewinnen. Für Euch selbst. Aber
auch für Eure Partnerschaft. Diese sollten natürlich umgesetzt werden. Dann
stehen die Chancen gut, dass Eure Beziehung umso schöner wird!

– Ihr erkennt den Wert des Anderen. Einfach, weil er oder
sie jetzt nicht mehr ständig um Dich herum ist. Und umgekehrt. Er oder sie,
seine oder ihre Liebe ist nicht mehr selbstverständlich. Sondern ein
Geschenk. Eine wunderschöne Zugabe. Das zu erkennen, dafür braucht es
manchmal den Abstand.

Ihr werdet wieder neugierig auf den Anderen. Neugierde
ist sehr, sehr wichtig. Denn sie trägt mit dazu bei, dem Anderen
Aufmerksamkeit zu schenken. Zuneigung. Neugierde sorgt auch für Lust und
Leidenschaft. Und auch dies ist ja nicht unwichtig, wenn eine Beziehung
wirklich funktionieren soll. Deshalb: Trennt Euch, für eine gewisse Zeit.
Sofern das für Euch sinnvoll ist. Und dann schaut, wie es sich bei jedem
von Euch entwickelt….

Die Nachteile

– Beziehung könnte auseinandergehen:
Ja, das ist die Gefahr dabei. Denn eine solche Trennung auf Zeit IST nun
mal ein Risiko. Denn nun ist man gewissermaßen frei. Frei für Flirts.
Vielleicht auch für eine neue Beziehung. Und das Risiko ist da, dass der
Noch Partner, die Noch Partnerin sehr rasch in den Hintergrund gerät. Und
die Beziehung schließlich auseinanderbricht.

– Eine Rückgewinnung könnte wieder schwer werden:
Und zwar dann, wenn man sich auseinander entwickelt. Wenn der Eine will.
Der Andere jedoch nicht. Denn Letzterer hat bereits mehr oder weniger mit
der Beziehung abgeschlossen. In diesem Fall ist zu fragen: Macht ein neuer
Versuch überhaupt noch Sinn? Eher weniger!

– Es könnte passieren, dass sich nichts verändert:
Trotz aller guten Vorsätze. Schon tauchen wieder die altbekannten Probleme
und Konflikte auf. Es scheint, als habe sich rein gar nichts getan. Der
Frust und die Enttäuschung sind dann umso größer!

Wie lange sollte eine Trennung auf Zeit gehen – 2 Punkte

Die Dauer richtet sich nach 2 Punkten! Und zwar nach den folgenden beiden:

1. Punkt: Wie lange ging eure Beziehung bis jetzt?

Gehe dabei vor allem nach die Dauer der Beziehung in Jahre.Rechne diesen in
Wochen um.

2. Punkt: Geht nach der Intensität der Beziehung

Nehme einen Wert, der zwischen 1.0 und 2.0 liegt. Gehe dabei rein intuitiv
vor. Was sagt Dein Bauchgefühl in dieser Hinsicht?

Dieser Wert wird nun mit der Anzahl der Wochen multipliziert. Auf diese
Weise erhältst Du die Antwort, wie lange die Trennung auf Zeit bei Dir
gehen sollte.

Trennung auf Zeit mit Kindern

Was ist hier besonders wichtig? Bitte kommuniziert möglichst offen und
ehrlich mit Euren Kindern. Sofern sie groß genug sind, das zu verstehen.
Denn für sie ist es ebenfalls eine schwierige Situation. Und Kinder mit
ihrem intuitiven Gespür bekommen die Spannungen zwischen Euch in der Regel
mit.

Und sie machen sich nicht selten Vorwürfe deswegen: Was hätten sie bloß
besser machen können? Sagt ihnen deshalb klipp und klar, dass sie keine
Schuld trifft. Dass Ihr beide weiterhin für sie da seid. Und dass Ihr sie
noch genauso lieb habt.

Das ist wichtig. Das und dass Euch Eure Kinder auch weiterhin zu Gesicht
bekommen. Selbst wenn der eine ausgezogen ist. Sprecht Euch in dieser
Hinsicht ab. Und findet eine Lösung, die für alle Beteiligten (!) möglichst
gut ist. Schließlich sollen Eure Kinder so wenig wie möglich leiden!

Trennung auf Zeit in gemeinsamer Wohnung

Ganz klar – einer muss für die Zeit anderswo unterkommen. Denn Erfahrungen
haben gezeigt: Eine Trennung auf Zeit macht keinen Sinn, wenn beide noch in
der gleichen Wohnung oder im gleichen Haus bleiben.

Eben WEIL man auf diese Weise automatisch in bestimmte Verhaltensweisen
(wieder) verfällt. Beziehungsweise gleich in diesen verharrt . Es würde
sich also nichts ändern.

Oder stelle Dir folgende Situation vor: Wie würdest Du es finden, wenn Dein
Noch Partner oder Deine Noch Partnerin mit dem aktuellen Flirt nach Hause
kommt? Wenn Du hautnah mitbekommst, was für Geschichten er oder sie am
Laufen hat? Ganz ehrlich: Das ist keine besonders schöne Vorstellung, oder?

Deshalb: Eine Trennung auf Zeit macht nur Sinn, wenn räumlicher Abstand
besteht. Möglichkeiten in dieser Hinsicht gibt es immer. Selbst, wenn das
Budget knapp ist. Oder der Wohnungsmarkt hoffnungslos überlaufen. Was ist
in solch einem Fall zu tun?

  • Man kann bei einem Freund unterkommen.

  • Oder bei der Familie.

Auch ein Aufenthalt in einem Hotel kann eine Lösung darstellen. Manche
gehen auch gleich auf eine Reise. Du siehst: Es gibt diverse
Möglichkeiten…Nutzt sie bzw. nutze sie bitte auch!

Setze Dich im Vorfeld mit ihm oder ihr zusammen. Redet offen und ehrlich,
wer in der gemeinsamen Wohnung bleiben soll. Und wer die Koffer packt.
Vielleicht ist es auch sinnvoll für Beide, wenn zur Halbzeit getauscht
wird. Lösungen werden sich auf jeden Fall finden lassen!

Fazit

Eine Trennung auf Zeit kann eine gute Lösung sein. Dann nämlich, wenn die
Beziehung in einer tiefen Krise steckt. In einer Krise, bei der Gespräche
allein nichts mehr ausrichten können. Wenn die Konflikte und Probleme noch
immer vorhanden sind.

Dann ist eine Trennung auf Zeit eine ernstzunehmende Option. Allerdings
sollte sie auch entsprechend genutzt werden! Dazu nämlich, in sich zu
gehen. Sich zu fragen: Was bedeutet mir der Andere noch? Was wünsche ich
mir von ihm oder ihr? Was zeichnet für mich eine gute und erfüllte
Beziehung aus?

Und natürlich sollte eine offene und ehrliche Analyse stattfinden. Um die
Probleme zu lösen. Diese Erkenntnisse sollten natürlich anschließend
umgesetzt werden – sofern noch Gefühle vorhanden sind, versteht sich.

Bei mir hat es geholfen. Denn ich habe entdeckt, was ich an meinem Partner
hatte. Beziehungsweise habe. Ich merkte, wie sehr ich ihn vermisste. Nicht
gleich. Doch nach einigen Tagen und Wochen. Wie froh ich deshalb war, als
die Zeit um war! Und es war umso schöner, weil es ihm genauso erging…