Trennung oder nicht? Meine Entscheidungshilfe für Dich

Deine Beziehung steckt in einer echten Krise? Und Du spielst mit dem Gedanken, Dich zu trennen? Doch bist Du Dir andererseits auch überhaupt nicht sicher? Denn vielleicht hat das mit Euch ja doch noch eine Zukunft?

Und so drehen sich Deine Gedanken im Kreis. Du kommst einfach nicht weiter. Und je länger Du darüber nachdenkst: umso weniger scheinst Du klar sehen zu können.

Vielleicht sind auch Kinder mit im Spiel: Kannst Du ihnen eine Trennung zumuten? Was sollst Du bloß tun, damit alle Beteiligten möglichst wenig leiden?

Ja, es ist wahrlich keine einfache Situation, in der Du jetzt steckst. Deshalb möchte ich Dir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und einiges von meinen Kenntnissen und Erfahrungen in diesem Bereich an Dich weitergeben.

Das soll mit diesem Artikel geschehen. Doch was steht eigentlich in ihm drin? Hier ist das Inhaltsverzeichnis:

1) Trennung ja oder nein – so kommst Du zur Entscheidung

2) Trennung sinnvoll oder nicht? Meine Schritt für Schritt Anleitung

3) Trennung mit Kindern ja oder nein? Was ich Dir rate

4) Trennung oder nicht mit Kind – das solltest Du außerdem beachten

5) und mein Fazit zum Thema!


 

Trennung ja oder nein – so findest Du zur richtigen Entscheidung für Dich

Inhaltsverzeichnis

Du weißt einfach nicht, was Du tun sollst. Fakt ist: Deine Beziehung läuft schon seit einiger Zeit nicht mehr so wirklich gut. Ihr beide habt Probleme. Und immer öfter taucht der Gedanke an eine Trennung in Deinem Kopf auf.

Doch sollst Du das wirklich tun? Ist es hilfreich und sinnvoll? Oder würdest Du zu schnell aufgeben? Denn vielleicht hat Eure Liebe ja noch eine Chance…

Fragen über Fragen. Und auch wenn Du sehr lange über sie nachdenkst, ja, geradezu grübelst: Du kommst in dieser Hinsicht einfach nicht weiter. Was tun?

Trennung ja oder nein – mit Verstand oder mit dem Gefühl entscheiden?

Du musst jetzt diese Entscheidung treffen. Doch wie – mit Deinem Verstand? Oder ist jetzt doch eher das Gefühl gefragt? Schwierige Frage, nicht wahr?

Hier erzähle ich Dir mal ein Beispiel. Um Dir das Dilemma ein wenig anschaulicher darzustellen:

Sandra war 24, als sie geheiratet hatte. Sie kannte ihren Mann schon seit der frühen Schulzeit, als sie zusammen in eine Klasse gegangen waren. Und irgendwann kamen sie sich dann näher…

es war eine ruhige Beziehung. Und ihre Umgebung sagte immer wieder, wie gut sie doch eigentlich zusammen passen würden. Dass sie sich gegenseitig sehr gut ergänzen würden. Und so weiter.

Doch irgendwie fühlte sich Sandra unzufrieden. Oder besser gesagt: nicht so recht erfüllt. Denn irgendwie fehlte die Leidenschaft. Und es gab immer wieder Momente, in denen sie sich dachte: „Eigentlich will ich mehr vom Leben.“ Doch wann immer sie ihrem Partner vorschlug, mal raus zu fahren, ein neues Hobby zu probieren, etc: dann reagierte er ablehnend. Er zog es vor, seinen geregelten Wochen- und Tagesablauf zu haben. Und damit war er auch zufrieden.

Sie heirateten schließlich, trotz allem. Bekamen drei Kinder. Bauten sich ein Haus. Auch ein Hund gehörte zur Familie.

Es war nicht schlecht, dieses Leben. Sandra zog die Kinder groß, kümmerte sich um den Haushalt. Doch nach 15 Jahren Ehe wachte sie eines Tages auf und dachte: „Irgendwie scheint mir das alles wie ein Gefängnis zu sein.“ Ein Gedanke, der sie sehr erschreckte, so radikal war er. Und den sie schnell weg schob. Doch konnte sie ihn nicht vergessen…

Sie sprach darüber mit ihrer besten Freundin. Und mit ihrer Mutter. Beide reagierten so: „Aber Du kannst Dich doch nicht von ihm treffen. Ihr passt doch so gut zusammen. Und dann habt Ihr die Kinder. Du hast nicht gearbeitet. Wie stellst Du Dir das vor? Da ist es vielleicht doch besser, es auszuhalten…“

Sandra ließ sich überreden – zunächst. Weil die rationalen Gründe wirklich eher für ein Bleiben als für eine Trennung sprachen. Doch was war mit ihren Gefühlen?

Sollte man sich bei seinen Entscheidungen wirklich nur auf den Verstand verlassen?

Lange Zeit war man tatsächlich dieser Ansicht. Weil die grauen Zellen es scheinbar besser wussten. So dachte man lange Zeit!

ABER: Heute raten Experten, auch das Gefühl mit einzubeziehen. Natürlich nicht nur – doch sollten wir auf jeden Fall auf unsere Gefühle hören. Bzw. auf unseren Bauch, was Dir lieber ist.

Du brauchst also beides: Verstand UND das Gefühl.

Nun solltest Du vorbereitet sein! Doch wie findest Du jetzt konkret zur richtigen Entscheidung? Im nächsten Abschnitt erwartet Dich eine Schritt für Schritt Anleitung!

Wann ist eine Trennung sinnvoll? Meine Schritt für Schritt Anleitung für Dich

Du weißt nun, dass es sowohl auf die kleinen grauen Zellen als auch auf den Bauch ankommt. Doch wie auf diese hören? Hier verrate ich es Dir – in der folgenden Anleitung:

Trennung sinnvoll oder nicht? Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 1: Frage Dich, wie Du Dich fühlst

Der Verstand ist jetzt also erst einmal weniger gefragt.

Warum? Nun, vielleicht geht Dir der Gedanke an eine Trennung schon einige Monate durch den Kopf herum. Oder sogar länger. Und auch wenn er nicht ständig präsent ist: Er taucht zumindest immer und immer wieder auf.

Was tun?

Höre erst einmal auf, dich weiter mit diesem Gedanken zu beschäftigen! Warum? Nun, weil Du so einfach nicht weiterkommst – das hast Du ja vielleicht selbst schon gemerkt.

Denn Du blockierst Dich selbst.

Welche Fragen solltest Du Dir jetzt stellen?

Diese beiden:

  • Wie glücklich bist Du in Deiner Beziehung? Auf einer Skala von 0 bis 10? Denke nicht lange über diese Frage nach! Sondern beantworte sie intuitiv und spontan!

  • Wie würdest Du Dich in fünf Jahren fühlen, wenn Du nichts an Deiner Situation änderst? Und in der Beziehung bleibst? Nehme auch hier wieder die Skala von 0 bis 10. Antworte spontan uns aus dem Bauch heraus.

Sei bei der Beantwortung der Fragen bitte ehrlich zu Dir selbst. Alles andere bringt Dir einfach nichts!

Trennung sinnvoll oder nicht? Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 2: Setze Dir eine Frist!

Du hast gerade eben gesehen, dass Du einiges an Potential in Deinem Leben nicht ausschöpfst. Dass Du viele Chancen nicht nutzt – Chancen, die vielleicht gut für Dich wären.

Doch vielleicht traust Du Dich immer noch nicht so recht. Zögerst noch immer, aus diesen oder jenen Gründen.

Was tun?

Setze Dir eine Frist. Zum Beispiel von einem Monat. Oder auch drei Monaten, je nachdem, was Dir lieber ist. Länger sollte es aber nicht gehen!

  • Versuche nun, alles dafür zu tun, dass es Dir gut geht.

  • Und zwar bis zu eben diesem Datum.

  • Kümmere Dich in dieser Zeit um Dich selbst.

  • Denn Du wirst nur dann eine wirklich glückliche Beziehung führen können, wenn Du mit Dir selbst im Reinen bist.

Du musst also etwas dafür tun!

Hier noch ein Hinweis:

Vielen hilft es als zusätzliche Motivation, diese Vereinbarung schriftlich festzuhalten. Etwa so: „Ich habe mich entschieden, dass ich ab heute mehr Verantwortung für mich und mein Leben übernehme. Dass ich alles dafür tue, damit es mir besser geht. Und dass ich dann die Konsequenzen trage.“

Du willst lieber erst einmal abwarten? Dann hilft Dir vielleicht die folgende Erklärung: „Heute habe ich mich dazu entschieden, dass ich die Verantwortung für mich und meine Beziehung abgebe. Denn ich will keine Entscheidung in Sachen Beziehung treffen. Ich will das alles erst einmal laufen lassen. Und schauen, was passiert. Doch übernehme ich auch die gesamte Verantwortung für dieses Nichts-Tun. Und werde später keinem die Schuld geben.“

Trennung sinnvoll oder nicht? Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 3: Stelle Dir Dein Traumleben vor!

Fakt ist: Du brauchst ein klares Ziel vor Augen. Denn nur so wirst Du Dich nach dem Ablauf der Frist auch wirklich entscheiden können!

Wie kannst Du Dir Dein Traumleben vorstellen?

Stelle Dir Dein Traumleben vor. Ein Leben, das Dich mit Freude und Zufriedenheit erfüllt. Schon beim bloßen Gedanken daran! Wo siehst Du Dich selbst? Auf dem Land? In der Stadt? Mit fünf Kindern an Deiner Seite? Oder willst Du lieber quer durch die Weltgeschichte reisen?

Träume.

Und zwar ohne irgendwelche Hindernisse und Schwierigkeiten. Auch Geld spielt keine Rolle. Nein: Es geht allein um Dich und um Dein Traumleben.

Denke nun an die Beziehung Deiner Träume. Wie sieht sie aus? Was verlangst und erwartest Du von Deinem Traummann, Deiner Traumfrau?

Öffne nun wieder die Augen. Und überlege: Was könntest Du jetzt, ab jetzt tun, damit Du Dir dieses Traumleben realisieren kannst? Was steht in Deiner Macht? Und wie weit ist Dein jetziges Leben von diesem Traumleben entfernt?

Hinweis:

Es geht hier wirklich „nur“ um Dich und um Deine Träume. Und nicht um die Träume Deiner Eltern, der Gesellschaft, der besten Freundin, etc. nein: Es sind allein Deine Träume, Wünsche und Hoffnungen, auf die es jetzt ankommt!!

Trennung sinnvoll oder nicht? Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 4: Stelle Dich Deiner Angst!

Der Angst vor der Trennung, um genau zu sein. Denn die ist in jedem von uns. Doch diese Angst verhindert auch, dass wir eine Entscheidung treffen können. Stattdessen zögern wir gerne alles hinaus. Bis es gar nicht mehr geht…

Merke: JEDER Mensch hat Ängste. Wie die Angst vor der Einsamkeit. Das ist ganz natürlich. Doch sollten sie nun mal nicht unser Leben dominieren. Uns behindern, uns daran hindern, weiter zu kommen. Uns nicht lähmen. Dann nämlich hätte die Angst die Oberhand gewonnen! Und das wäre alles andere als gut…

Wie kannst Du Dich Deiner Angst stellen?

Vielleicht kommt Dir das im ersten Moment unmöglich vor. Doch das ist es nicht!

Denke mal darüber nach: Du hast mit Sicherheit schon mal das ein oder andere gewagt. Trotz gewisser Ängste. Wie vom 10 Meter Turm zu springen. Oder in eine neue, fremde und vollkommen unbekannte Stadt zu ziehen. Und: Es hat Dir im Rückblick doch gut getan, oder? Du bist weitergekommen. Und hast Dich vielleicht sogar selbst stark und mutig gefühlt.

Denke daran.

Und dann mache die folgende Übung:

Anti Angst Übung:

  1. Nehme Dir 15 min Zeit. Und schnappe Dir Stift und Papier.

  2. Denke nun daran, was im schlimmsten Fall der Trennung passieren könnte.

  3. Male Dir das so richtig schön aus!

  4. Schaue Dir diese absolute Horrorvorstellung dann an. Wie wahrscheinlich ist es, dass genau das eintritt? Genau…

(tief durchatmen hilft übrigens auch immer wieder, um besser mit der Angst zurecht zu kommen. So als Bonustipp für den Alltag, von mir für Dich. Gern geschehen.)

Trennung sinnvoll oder nicht? Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 5: Überwinde Deine Angst!

Nehme Dir jetzt das „gefürchtete“ Blatt Papier in die Hand. Schaue Dir all Deine Befürchtungen an, die Du aufgeschrieben hast.

Gehe diese Punkte jetzt Schritt für Schritt und nach und nach durch. Und setze nun den Verstand ein:

Indem Du Daten und Fakten zu jedem einzelnen Punkt sammelst. (Du siehst: Das Gefühl ist jetzt erst einmal weniger gefragt.)

Hier ein Beispiel:

Du hast starke finanzielle Ängste. Was tun? Erstelle Dir einen Überblick über das gesamte Vermögen, das Du hast. Dann wirst Du sehen, wo Du finanziell stehst.

Überlege nun, wie viel Geld Du monatlich bräuchtest. Und wie viel Du ausgeben kannst. (Ist auch kein schlechter Zeitpunkt, um sich mal über die Ausgaben zu beugen. Und zu schauen, was davon wirklich sinnvoll ist. Und was eher weniger. Oder wo man vielleicht ein bisschen zu viel ausgibt…)

Das Geld reicht locker? Dann musst Du diese Befürchtung eigentlich nicht groß weiter beachten. Und sie löst sich vielleicht jetzt schon in Luft auf.

Das Geld reicht leider nicht? Dann überlege Dir, wie Du Deine persönlichen Ausgaben senken könntest. Oder/ und: wie Du Deine Einnahmen steigern könntest.

Diese Analyse kannst Du nun auch für die anderen Befürchtungen durchführen!

Trennung sinnvoll oder nicht? Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 6: Spreche mit Anderen über Deine Situation!

Mir hat es in dieser Lage immer sehr geholfen, mich mit Anderen auszutauschen. Und zwar Menschen, die einst in genau der gleichen Situation waren. Und vor eben dieser Entscheidung standen.

Denn sie wussten einfach, wie es mir geht. Wie ich mich fühle. Bzw. sie konnten es einfach besser nachvollziehen.

Wichtig ist: Mit Menschen zu sprechen, die diesen Schritt zur Trennung auch gewagt haben. Die ins kalte Wasser gesprungen sind. Und die die Trennung gut und erfolgreich überstanden haben.

Warum solltest Du mit Anderen über Deine Situation sprechen?

Weil auf diese Weise sehr viele Ängste abgebaut werden können. Doch Achtung: Spreche wirklich nur mit denen, die einst die gleiche Erfahrung gemacht haben!

Wenn Du Dich jetzt nämlich an glücklich Liierte wendest: Dann besteht die Gefahr, dass diese selbst Angst bekommen. Und Dich umso mehr davon überzeugen wollen, Dich nicht zu trennen. Weil sie sich in gewisser Weise selbst „bedroht“ sehen…

Nein, halte Dich jetzt wirklich an jene, die sich erfolgreich getrennt haben. Du wirst sehen: Die Meisten von ihnen werden jetzt sehr viel glücklicher und zufriedener sein. Und sie wissen: Sie haben Mut bewiesen. Sie sind aus dieser Beziehung gegangen. Obwohl vielleicht das ein oder andere dagegen sprach.

Doch haben sie es für sich getan. Und allein schon dieses Wissen ist sehr, sehr wertvoll. Und auch Kraft gebend!

Wie solltest Du mit Anderen über Deine Situation sprechen?

Frage sie ruhig ausführlich aus! Etwa, welche Ängste sie damals hatten. Und wie sie es geschafft haben, eben diese Ängste zu überwinden. Du musst deren Tipps nicht eins zu eins umsetzen. Es geht in diesem Gespräch eher darum, zu sehen: Es geht sehr wohl, sich zu trennen! Und es kann einen sogar wirklich weiter- bzw. voran bringen…

Und: Man kann sich auch im Guten trennen. Das zeigt sich bei solchen Geschichten und Erfahrungsberichten immer wieder…

Und was ist mit der Angst vor der Einsamkeit?

Diese Angst haben wir alle – siehe oben. Und nicht wenige befürchten, nach der Trennung niemals wieder einen Partner zu finden. (selbst wenn sie gerade mal 20 Jahre alt sind.)

Doch gibt es so viele Geschichten von glücklichen Paaren. Die sich erst im späten Alter gefunden haben! Meine Tante zum Beispiel hat ihre große Liebe „erst“ mit 69 gefunden. Ein Jahr später haben sie geheiratet. Und sind so glücklich miteinander…

-… behandeln sich so liebevoll. Denn sie wissen umso mehr, was sie aneinander haben. Sie nehmen ihr Glück nicht als selbstverständlich. Sondern als ein Geschenk – ein sehr wertvolles nämlich. Und das ist genau die richtige Einstellung…

(ich könnte an dieser Stelle ja noch mehr solcher Geschichten anbringen. Aber an dieser Stelle soll es erst einmal reichen…)

Trennung sinnvoll oder nicht? Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 7: Kümmere Dich aktiv um Dich selbst!

Dir ist ja noch bewusst, dass Du diese Frist hast, oder? Und dass Du Dich in dieser Zeit bewusst um Dich selbst und um Deine persönlichen Bedürfnisse kümmern solltest…

Frage Dich also: Was würde Dir gut tun? Was willst Du von Deinem Leben? Was hindert Dich jetzt gerade daran? Und was kannst Du tun, um dieses Ziel, diese Ziele zu erreichen?

Denke darüber nach. Und dann tue es – und zwar aktiv und sofort. Tue es für Dich selbst. Denn Du bist nun mal der wichtigste Mensch in Deinem Leben. So ist das nun mal!!!

Bleibe am Ball. Auch, wenn das vielleicht nicht immer leicht ist.

Hier ein Beispiel:

Ich habe gemerkt, wie gut mir das Rad fahren tut. Wie wichtig es ist für mich, jeden Tag auf diese Weise raus zu kommen, mich zu bewegen. Also fahre ich jetzt mit dem Rad zur Arbeit. Jeden Tag, jeweils 20 min. auch wenn es regnet und ich mich überwinden muss. Aber hinterher weiß ich einfach: es war so gut, das getan zu haben!! Und mir geht es jetzt einfach besser…

Trennung sinnvoll oder nicht? Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 8: Treffe nun eine Entscheidung!

Nun ist die Frist um. Und Du hast (hoffentlich) alles für Dich und für Dein Wohlergehen getan. Du hast hoffentlich wichtige Erkenntnisse für Dich gewonnen. Was Du brauchst. Was Deine konkreten Ängste sind. Und so weiter.

Und Du weißt jetzt hoffentlich besser, was und wohin Du willst.

Wie kannst Du eine Entscheidung treffen?

Stelle Dir nun folgende Fragen:

  • Wie glücklich fühlst Du Dich in der Beziehung? Auf einer Skala von 0 bis 10? Antworte spontan und aus dem Bauch heraus!

  • Wie würdest Du Dich in fünf Jahren fühlen, wenn Du in der Beziehung bleibst? Auf einer Skala von 0 bis 10? Wie fühlt sich das spontan für Dich an?

(Dir kommen diese Fragen bekannt vor? Ja, mit gutem Grund. Denn Du hast sie Dir schon einmal gestellt – im ersten Schritt nämlich. Das ist schon ganz richtig so!)

Vergleiche nun die beiden Werte – von damals und von jetzt. Der Wert ist jetzt sehr viel höher? Dann herzlichen Glückwunsch – Du bist auf einem guten Weg! Und Du solltest in der Beziehung bleiben.

Der Wert ist noch schlechter geworden? Nun, dann weißt Du eigentlich selbst, was jetzt zu tun ist. Nicht wahr?

Ich habe Dir nun gezeigt, wie Du Schritt für Schritt zu der richtigen Entscheidung für Dich findest. Doch was ist, wenn Kinder mit im Spiel sind? Darum geht es in dem folgenden Abschnitt!

Trennung mit Kindern – ja oder nein?

Sind Kinder mit im Spiel – ja, dann wird alles ein wenig komplizierter. Weil es nun mal jetzt nicht mehr „nur“ auf Euch beide ankommt. Und viele scheuen sich aus genau diesem Grund, sich zu trennen. Aus Angst, dass die Kinder zu sehr darunter leiden könnten. Doch ist dem wirklich so? Was stimmt – und was eher nicht? All diesen Fragen gehe ich hier nach…

Trennung mit Kindern – sinnvoll oder nicht? Was sind die Hindernisse?

Unsere Ängste und Erwartungen an uns selbst, um es einmal generell zu formulieren. Der Druck, den wir uns in diesem Zusammenhang machen.

Denn wir erwarten von uns selbst, die „perfekten“ Eltern zu sein (was auch immer das heißen mag). Die Kinder wohlgenährt auf den Weg zu bringen, ausgestattet mit allem, was sie für ein erfolgreiches Leben brauchen.

Alles soll somit perfekt sein, wie aus dem Bilderbuch (oder dem Ikea Katalog).

Aber: Da ist ja noch der Alltag. Und das Leben. Denn mal ehrlich: Es wird immer mal wieder Phasen geben im Leben, in denen es eben NICHT so gut läuft. In denen man sich einfach überfordert, genervt und so weiter fühlt.

Denn es ist normal, dass es diese Aufs und Abs gibt. Wellen von Glück, aber eben auch von Unglück. Es ist also eine Art Balanceakt, dieses Leben. Und dann ist ja noch diese Herausforderung: Eltern zu sein. Und gleichzeitig ein Paar zu bleiben. Die Leidenschaft in der Beziehung zu halten. Sehr viele Erwartungen und Anforderungen, nicht wahr?!?

Doch schauen wir uns an dieser Stelle die einzelnen Hindernisse genauer an:

Trennung mit Kindern ja oder nein? Hindernis 1: die Angst vor dem sich trennen

Diese ist – siehe oben – in jedem von uns verankert. Weil sich daraus die Angst vor dem Unbekannten speist. Die Angst, allein da zu stehen. Einsam zu sein und das für immer zu bleiben. Das wird zwar nicht passieren – allein schon, weil es meist ja das soziale Umfeld (Freunde, Familie, …) gibt. Aber so ist das bekanntlich mit Ängsten: Sie sind meist irrational.

Und wenn Kinder mit im Spiel sind, kommt meist noch die Angst dazu, in die Armutsfalle zu rutschen. Alleinerziehend zu sein und damit nicht zurecht zu kommen. Eine Angst, die nicht ganz unbegründet ist, wenn man sich die Statistiken so anschaut. Doch eine Angst, die auch sehr lähmend sein kann..

Trennung mit Kindern ja oder nein? Hindernis 2: der soziale Status

Auch diese Angst kommt mit hinzu: den sozialen Status aufgeben zu müssen. Etwa, wenn man als Paar ein gutes Einkommen hat, in einem großen Haus auf dem Land lebt und überhaupt einen guten Lebensstandard hat. Die Kinder gehen zum Sport, spielen ein Instrument und so weiter.

Oder man lebt in einem Stadtteil, der vor allem von Familien bewohnt wird. In Reihenhäusern. Und die Angst ist jetzt da, die Kinder aus ihrem sozialen Umfeld heraus zu nehmen. Dass sie weg müssten, aus diesem für sie so gewohnten Kreis. Kann man ihnen das zumuten? Woanders hin zu ziehen? Sich vielleicht beschränken zu müssen? Wie ist das dann mit der Arbeit, kann das dann noch vereinbart werden? Und so weiter…

Viele Gedanken und Ängste kommen in diesem Zusammenhang hoch. Und deshalb entscheiden sich viele, doch lieber mit dem Partner, der Partnerin zusammen zu bleiben. Auch, wenn die Beziehung eigentlich längst nicht mehr gut ist…

Wie mit diesen Hindernissen umgehen?

Der erste Schritt ist erst einmal, sich dieser Situation bewusst zu werden. Sich all das vor Augen zu führen: Die Erwartungen, die man in dieser Hinsicht an sich selbst stellt. Den Druck, den man sich so häufig macht.

Und vor allem: Wie sehr man unter diesem Druck leidet. Das kann sich an ganz verschiedenen Bereichen, auf ganz unterschiedliche Art äußern:

  • Man ist ständig gestresst und steht permanent unter Strom.

  • Man ist genervt. Und schlägt gegenüber der Familie einen ungeduldigen Ton an.

  • Man könnte jetzt immer leichter ausrasten.

  • Man kann nachts nur noch schwer durch- bzw. einschlafen.

  • Es fällt einem schwer, zur Ruhe zu kommen.

  • Und etwas für sich zu tun.

  • Alles, der Alltag, das Leben, scheint auf einmal sehr „schwer“ zu sein.

Das ist der erste Schritt: Sich dessen bewusst zu werden. Die Ängste und Hindernisse vor Augen zu haben. Das hilft schon einmal sehr!!

Erste Tipps zu diesem Thema hast Du nun erhalten. Doch gibt es natürlich noch so einiges mehr zu sagen! Was genau? Das wollen wir uns in dem nächsten Abschnitt mal anschauen:

Trennung oder nicht mit Kind? Eine Schritt für Schritt Anleitung

Viele entscheiden sich aus den oben genannten Gründen, lieber doch noch mit dem Anderen zusammen zu bleiben. Aus Vernunftgründen, sozusagen. Doch innerlich hat man sich längst schon getrennt. Was tun?

Meist wird man nach einigen Wochen bis Monaten zu der Entscheidung kommen: Es geht wirklich nicht mehr. Und sich dann trennen wollen, endgültig. Doch wie? Hier meine Schritt für Schritt Anleitung für Dich:

Trennung oder nicht mit Kind? Eine Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 1: Dokumentiere den Trennungswillen!

Das ist sehr, sehr wichtig. Denn nur so wird die Trennung auch vor dem Gericht, also von offizieller Seite aus, anerkannt!

Und nur so kann das sogenannte Trennungsjahr beginnen. Dafür ist es notwendig, dass man getrennte Haushalte führt. Also: Man isst nicht (mehr) zusammen. Jeder schläft in seinem eigenen Bett. Und so weiter. (nicht immer ganz einfach, wenn einer der beiden nicht auf Anhieb eine eigene Wohnung findet.)

Deshalb: Haltet schriftlich fest, dass Ihr Euch trennen wollt! Und beachtet dann die Formalitäten. Das ist wirklich wichtig..

Trennung oder nicht mit Kind? Eine Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 2: Überlegt, wer die Kinder hauptsächlich betreuen soll.

Für wen ist es besser, wer kann dies besser leisten? Mit seinem Beruf besser vereinbaren? Oder soll die Betreuung 50 : 50 stattfinden?

Setzt Euch hin. Und überlegt Euch, was in dieser Situation am besten wäre. Dabei, und das ist ganz, ganz wichtig, sollte das Wohl Eurer Kinder stets an oberster Stelle stehen. Denn das ist jetzt das Wichtigste!!

Hinweis: Je älter die Kinder sind, umso mehr könnt Ihr sie auch in Eure Entscheidung mit einbeziehen. Ein Kleinkind kann natürlich noch nicht entscheiden, ob es jetzt bei Mama oder Papa wohnen will. Doch ein 13-jähriger darf schon ein bisschen mehr Mitspracherecht haben – verständlich, nicht wahr?

Doch wichtig ist dabei auch: Die Realität nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn derjenige, bei dem das Kind, die Kinder hauptsächlich betreut werden sollen, ständig beruflich unterwegs ist: dann stellt sich die Frage, ob das wirklich sinnvoll ist. Auch das gilt es also mit zu bedenken!

Trennung oder nicht mit Kind? Eine Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 3: Sprecht mit Euren Kindern!

Und zwar darüber, wie es zwischen Euch beiden steht. Wie die Situation ist. Seid dabei offen und ehrlich! Ihr müsst ja nicht ins Detail gehen. Denn mal ehrlich: Eure Kinder müssen jetzt nicht wissen, dass Ihr seit Monaten keinen Sex mehr hattet. Dass Ihr Euch nur noch anschreit (das haben sie vielleicht schon selbst gemerkt). Dass einer von Euch beiden fremd gegangen ist.

Aber: Sie sollten schon wissen, was Sache ist. Je älter die Kinder sind, umso mehr könnt Ihr erzählen – wenn Ihr das wollt, natürlich. Und wenn Ihr das Gefühl habt, dass es Euren Kindern helfen könnte.

Trennung oder nicht mit Kind? Eine Schritt für Schritt Anleitung. Schritt 4: Beobachtet, wie Eure Kinder mit der Trennung klar kommen!

Die Erfahrungen haben es gezeigt: Kinder können sich meist besser auf die neue, unbekannte Situation einstellen, als man das vielleicht im ersten Moment denkt. Was an sich schon mal ein sehr schönes Zeichen ist!

Doch manchmal kann es auch sein, dass sie sich einsam und verlassen fühlen. Dass sich ihr Verhalten ändert:

  • Sie werden aggressiv.

  • Oder ziehen sich zurück.

  • Wollen nichts mehr unternehmen.

  • Reagieren bockig und ablehnend.

  • Die Leistungen in der Schule fallen ab.

  • Und so weiter.

Deshalb ist es wichtig, die Kinder oder das Kind genau zu beobachten. Hat sich das Verhalten geändert? Wie geht es ihnen wirklich?

Versucht, Euren Kindern jetzt besonders viel Nestwärme zu geben. Ihnen Liebe und Geborgenheit zu vermitteln, gerade jetzt. Besonders, wenn sie noch kleiner sind.

Und: Holt Euch professionelle Hilfe, wenn Ihr merkt: Ihr stoßt jetzt an Eure Grenzen. Wie etwa von einem Psychologen. Oder geht zur Familienberatung. Eine weitere Möglichkeit ist die Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).

Auf diese Weise findest Du wertvolle Unterstützung. Du entlastest Dich selbst. Und setzt auch Deine Kinder nicht unter Druck. Gut für alle, würde ich mal sagen!!

Und noch etwas ist mir an dieser Stelle sehr, sehr wichtig: Bitte redet vor den Kindern nicht schlecht über den oder die Ex. Tragt Eure Differenzen nicht auf dem Rücken der Kinder aus. Das wäre so unfair und würde Eure Kinder in wahre Loyalitätskonflikte stürzen! Sie zwingen, Partei zu ergreifen. Obwohl sie doch Mama und Papa gleichermaßen lieben…

Du hast nun sehr viel zum Thema erfahren. Deshalb möchte ich nun auch zum Schluss kommen. Da das Ganze ja auch erst mal ein bisschen sacken soll.. doch ein kurzes Fazit möchte ich dennoch ziehen!

Mein Fazit zum Thema Trennung oder nicht

Ja, es ist keine einfache Entscheidung. Doch umso wichtiger ist es jetzt, Dich ganz auf Dich selbst und auf Dein Wohlergehen zu konzentrieren. Darauf, dass es Dir besser geht. Dass Du zufrieden bist. Denn darauf kommt es letzten Endes an…

Auch, wenn Kinder mit im Spiel sind. Denn es ist nun mal so: Du kannst Deinen Kindern, Deinem Kind nur dann die Liebe geben, die nötig ist, wenn es Dir selbst gut geht. Das zeigen die Erfahrungen immer und immer wieder…