Du spielst gerade mit dem Gedanken, den Kontakt zu IHM oder IHR abzubrechen? Oder Dir wird gerade der Kontakt verweigert? Was passiert in beiden Fällen mit uns? Was sind die Auswirkungen?

Ich befand mich einst in beiden Situationen. Und wollte der Sache genauer auf den Grund gehen! Was aus psychologischer Hinsicht eigentlich mit mir geschieht. Was man laut Experten am besten machen sollte. Diese Erkenntnisse möchte ich nun gerne an Dich weitergeben! Und verrate Dir hier

1) Was der Kontaktabbruch für Auswirkungen auf die Beteiligten hat

2) Wie man sich in dieser Situation am besten verhalten sollte

3) Was sich allgemein zum Thema sagen lässt

4) und was ich als Fazit festzuhalten habe.


Kontaktabbruch Psychologie – was passiert mit dem Kontaktverweigerer und dem, der den Kontakt verliert?

Ich kenne beide Seiten der Medaille. Auch deshalb wollte ich genau diese beschreiben! Und das tue ich hiermit:

Der Kontaktverweigerer:

– Es geht mitunter um Macht!

Ich kannte da diesen einen Typen. Ein Macho, um es einmal ganz klar und deutlich zu sagen! Frage mich nicht warum – aber damals fand ich diese ach so „männliche“ Seite irgendwie höchst anziehend. (schieben wir es mal auf das Alter und meine Unerfahrenheit.)

Entsprechend verliebt war ich. Während seine Gefühle nach einem stürmischen Anfang eher in die entgegengesetzte Richtung gingen. Doch liebte er es, Macht auszuüben. Auch, nachdem er mit mir Schluss gemacht hatte.

Er übte emotionalen Druck auf mich aus. Er genoss das auch auf seine Weise. Und ich ließ mit mir diese Spielchen spielen…

– Es geht um Aufmerksamkeit

Hier mal ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: Eine Freundin von mir war kreuzunglücklich in ihrer Beziehung. Sie erhielt einfach nicht das von ihrem Partner, was sie sich wünschte.

Daher griff sie zum letzten Mittel, das ihr einfiel: Sie trennte sich von ihm. Auch das schien ihn nicht sonderlich zu beeindrucken.

Was nun? Sie stellte auch den Kontakt ein. Um Aufmerksamkeit zu erregen. Um ihn zu einer Reaktion zu zwingen. Lass es mich kurz machen: Der Erfolg blieb überschaubar. (Und wenn sie nicht längst jemand anderen kennengelernt hätte, würde sie wohl heute noch auf ein Zeichen ihres Ex warten.)

– Es geht um Bestätigung

„Sieh was du davon hast! Sieh wie toll ich bin – ich setze durch! Pech gehabt.“ Das kommt Dir irgendwie bekannt vor? Das sind genau die Gedanken, die dieser Typ Kontaktverweigerer hat! (Wir beschäftigen uns an dieser Stelle mal lieber nicht, warum die so ist.

Er oder sie will sich also bestätigt sehen. Vor allem durch die Reaktion des Anderen. Auch davon könnte ich unendlich viele Beispiele anführen!

– Oder fehlende Zuneigung

Ich greife noch mal auf mein erstes Beispiel zurück. Es ging ihm nicht nur um Macht. Er hatte auch schlicht und einfach keine Gefühle mehr für mich. Deshalb fiel es ihm auch so leicht, einfach so Schluss zu machen.

Und sich auf Nimmerwiedersehen aus meinem Leben zu stehlen. Ihm war es egal, was mit mir passiert. Und es war natürlich eine sehr bequeme Art und Weise, Schluss zu machen! (Da gebe ich mal besser keinen Kommentar ab.)

– Der andere braucht einfach Abstand

Und mehr aus dem Nähkästchen geplaudert: Bei meiner vorletzten Beziehung war ich es, die den Kontakt eingestellt hat. Weil es mir einfach zu viel war in diesem Moment. Weil ich emotional nicht mehr konnte. Und weil ich den Abstand brauchte, für mich selbst. Um wieder zu mir zu finden. Deshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen.

– Der andere hat Angst

Dieses Szenario kommt sehr oft bei Gewalt vor! Wenn Missbrauch vorliegt. Dann ist viel, viel Angst mit im Spiel. Und entsprechend gut sind die Gründe, sich in diesem Fall still und leise davon zu machen. (Hoffentlich geht die Sache gut aus!)

Derjenige, der den Kontakt verliert:

Es bleiben so viele Fragen übrig. Fragen, die ungelöst sind – es vielleicht für immer bleiben.

Natürlich will derjenige, der zurück bleibt, diese auch lösen! Und das beschäftigt uns eine ganze Weile (Ich weiß noch, wie viele Wochen ich damit verbrachte, mir angebliche Gründe seines Weggangs aufzuzählen. Meine armen Freundinnen, die sich das alles anhören mussten!)

Gerade nach Trennungen kann passieren, dass sich dadurch sehr starker Kummer entwickelt. Denn mir half das alles überhaupt nicht weiter. Ich konnte nur Mutmaßungen anstellen. Raten, warum er sich so verhalten hat. Etwas gebracht hat es eigentlich nicht!

Jetzt habe ich Dir so einige Hintergründe aufgezählt. Aber was sind aus psychologischer Hinsicht Tipps, wie jetzt mit der Situation umzugehen ist?

Was solltest du genau deswegen rein psychologisch machen?

Ich wusste weder aus noch ein. Wie sollte ich mich am besten verhalten? Wie bloß mit dieser Situation klar kommen?

Ich habe so einiges gelernt im Laufe der Zeit. (ob ich nun wollte oder nicht). Hier sind daher meine Tipps für Dich:

1. Der Kontaktverweigerer hat seine Gründe – du wirst sie nie erfahren! Werde dir darüber bewusst!

Darüber könntest du mutmaßen! Aber – siehe oben: Es wird Dir reichlich wenig bringen. Denn solange der Kontakt blockiert ist, wirst du es nie erfahren!

Weißt Du, was für eine Erleichterung das war, als ich dies erkannte? Halte Dir diesen Fakt unbedingt immer wieder vor Augen! Mache ihn Dir bewusst! Und frage dich: „Warum denkst du über eine Sache nach, dessen Wahrheit du einfach niemals erfahren kannst“. Es ist totale Energieverschwendung!

Anders gefragt: Warum verschwendest du freiwillig Energie? Das machen nur jene, die es einfach nicht besser wissen. (oder masochistisch veranlagt sind. Was wir mal nicht hoffen wollen.)

2. Ja, es ist egoistisch so mit dir umzugehen! – und… Macht es das besser?

Fakt ist: Ja, es ist ein unreifes Verhalten! Fakt ist auch: Es ist egoistisch! Und es verletzt, dass man so mit dir umgeht!

ABER: Es liegt nicht an dir!! Sondern an diesem egoistischen, unreifen und verletzendem Verhalten!

Du hast Dein Bestes gegeben. Du hast alles versucht. Du hast in diesem Moment so gehandelt, wie Du es für richtig hieltest.

Du hast versucht, ihn oder sie glücklich zu machen. Alles zu tun, was in Deiner Macht stand. Mal ehrlich: Mehr kann der Andere doch nun wirklich nicht verlangen!

Mache Dir deshalb bitte keine Vorwürfe. Es bringt nichts. Außer, dass es Dich runter zieht.

Ja, auch mir kommen all die Vorwürfe an mich selbst nur allzu bekannt vor. Denn lange war es für mich der übliche Weg nach einer Trennung. All diese Gedanken von wegen „Ach, hätte ich nur..:“ und so weiter.

Und wie unfair das doch alles sei. Schließlich hätte ich ihn so sehr geliebt. Und warum das immer mir (????) passieren müsste.

Bis ich gemerkt habe, um wie viel schlechter es mir auf diese Weise geht. Wie sehr ich mich mit eben solchen Gedanken noch weiter runter ziehe. Und wie viel schwerer es mir so fällt, mich wieder aufzurichten.

Es ist, wie es ist. Ein Satz, der scheinbar so einfach ist. Und doch so viel Aussagekraft hat. Ja, es ist vielleicht nicht fair. Doch es ist so! Es ist so gekommen. Unwiderruflich!

Du kannst das Rad der Zeit nicht zurück drehen. Selbst, wenn Ihr beide noch einmal zusammen kommen wollt (stellt sich die Frage, wie sinnvoll das ist), wäre Eure Beziehung nicht noch einmal dieselbe.

Nimm es daher so hin. Akzeptiere es. Auch, wenn es weh tut. (Vielleicht hilft Dir der Gedanke, dass es vor Dir und gleichzeitig mit Dir unendlich vielen anderen Menschen so geht. Dass Du nicht alleine bist.)

Die Akzeptanz ist der erste Schritt in Richtung Besserung, Heilung. Ich fahre selbst sehr gut mit dieser Strategie. Klar, gerade unmittelbar nach der Trennung, nach dem Kontaktabbruch, habe ich schon noch Gedanken, die in die oben erwähnte Richtung gehen. Klar gibt es Momente, in denen ich mit der Situation hadere – soo abgeklärt bin ich mitunter dann doch noch nicht.

ABER: Es geht immer besser. Indem ich meine Energie auf das Akzeptieren konzentriere, geht es automatisch in eine positivere, gelassenere Richtung. Und weniger in die negative Ecke. (Genau das passiert jedoch, wenn man sich nur auf das Unfaire konzentriert.)

Du wirst den Liebeskummer, die Trauer über das Aus, so viel schneller überwinden können. Das darfst Du mir gerne glauben – denn ich spreche da aus eigener Erfahrung. Weißt Du, wie viel Zeit ich mit Hadern, Zweifeln an mir selbst, mit Vorwürfen an ihn, an mich, an den Zustand der Welt verbracht habe?

Was es mir gebracht hat? Außer schlechten Gefühlen so überhaupt nichts. Daher möchte ich Dich gerne davor bewahren. Halte Dir das immer wieder vor Augen. Und lasse es einfach mal auf einen Versuch ankommen. Was hast Du großartig zu verlieren?!?

3. Kümmere dich um dich – und lass ihn/sie außen vor!

„Was kommt das soll kommen.“ Das hat mir mal ein sehr weiser Herr gesagt. Und dieser Satz geht in solchen Situationen seitdem immer wieder in meinem Kopf herum. (und nicht nur dann.)

Ein sehr schöner Satz, wie ich finde. Denn er drückt eine gewisse Gelassenheit aus. Eine Zuversicht, dass alles so kommt, wie es geschehen soll. Alles hat irgendwie seinen Sinn. Und wir werden niemals tief fallen. Sondern immer irgendwie aufgefangen werden. Wenn wir es denn zulassen.

Das alles ist Dir ein wenig zu abstrakt? Dann hier noch ein paar „praktischere“ Hinweise:

Konzentriere Dich nun, nach dem Aus, nach dem Kontaktabbruch, ganz auf Dich selbst. Du brauchst das gerade! Denn Du wurdest verletzt. Du siehst Dich einer großen emotionalen Herausforderung gegenüber. Wie diese bestehen? Wie mit dieser umgehen? Das verlangt einiges an Energie und Kraft!

Horche in Dich hinein. Frage Dich ganz bewusst, immer und immer wieder: „Was könnte gerade, in diesem Moment, gut für mich sein? Was könnte ich mir selbst Gutes tun?“

Allein schon diese Fragen zu stellen, tut sehr gut! Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wie oft habe ich nach den Trennungen nicht auf mich geachtet! Stattdessen mich gedanklich noch weiter runter gezogen (siehe oben). Mir überhaupt nicht vor Augen geführt, wie sehr ich Liebe und Zuneigung brauche, gerade jetzt.

Vor allem von meiner Seite aus. Denn Selbstliebe ist mit die schönste Liebe, die es gibt. Damit meine ich jetzt nicht die egozentrische Variante, bei der man der Sonnengott ist und alle andere kleine Sterne. Damit meine ich Wertschätzung, Akzeptanz gegenüber sich selbst. Anerkennung, was man gerade eigentlich alles durchmacht. Und leistet!

Was habe ich also getan? Mir bewusst kleine Dinge gegönnt. Ich habe mich selbst zum Kaffee eingeladen, in diese eine kleine Lokalität um die Ecke. Ich ging viel spazieren. Ich habe das Yoga für mich (wieder) entdeckt. Ich sprach viel, mit meiner besten Freundin und mit meiner Schwester.

All das waren so Bausteine, die mir beim Akzeptieren weitergeholfen haben. Mit deren Hilfe ich schließlich seine Entscheidung so hin nehmen konnte.

Und: Ich rückte mich wieder mehr in den Vordergrund. Denn oftmals wurde mir klar, wie sehr das in der letzten Zeit der Beziehung in den Hintergrund getreten war. Wie sehr ich mich über seine Liebe definiert hatte. Und wie schlecht das für mich war.

Ich hoffe, Du weißt nun, was Du zu tun hast! (Ich habe mir zumindest alle Mühe gegeben, Dir meine Tipps ans Herz zu legen…) Doch was lässt sich noch über dieses Thema sagen? Schauen wir uns das im nächsten Kapitel an…

Kontaktabbruch Psychologie nach Trennung!

Es ist, wie gesagt, ein sehr drastischer Schritt, die Tür zuzumachen. Die gemeinsame Vergangenheit zu beenden. Aus welchen Gründen er auch immer getan wird.

Doch: Dem Ende wohnt auch ein neuer Anfang inne. Du hast JETZT die Chance, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Einer, der umso besser, umso schöner werden wird!

Frage Dich deshalb: „Was sind meine persönlichen Ziele? Was möchte ich erreichen?“ Schreibe sie gerne auf! Und konzentriere Dich daher auf den privaten, auf den beruflichen sowie auf den finanziellen Bereich (das sollte für den Anfang genug sein).

Sei dabei so konkret wie möglich. Baue reichlich Details ein. Schmücke aus, wenn Dir eine Vorstellung intuitiv zusagt.

Fasse mehrere Möglichkeiten ins Auge. Beobachte, wie sich dies für Dich anfühlt. Was diese Vorstellung mit Dir macht. Wenn es sich gut anfühlt: Verfolge diesen Plan weiter!

Und: Versage Dir dabei nichts. Weil Du vielleicht denkst, es würde dir nicht zustehen. Quatsch! Andere nehmen sich das ja auch, ohne sich großartig darüber Gedanken zu machen. Warum solltest Du es nicht weniger verdient haben?!?

JEDER von uns hat ein Anrecht auf Glück. Keiner hat es mehr verdient als der andere. Denn wir alle sind zwar nicht gleich. Aber gleichwertig. Und haben entsprechend ein Anrecht darauf, zufrieden durchs Leben zu gehen. Die Liebe zu finden. Und sie auch zu leben.

Traue dem Glück. Es gibt schon einen Grund, warum es an Deine Tür klopft! Lasse es ein, heiße es willkommen und mache es ihm bequem. Biete ihm einen Kaffee an und vielleicht noch ein paar Kekse. Dann wird es umso lieber bleiben…. (Und seinen Glückskumpels Bescheid geben. Die ebenfalls gerne auf einen Besuch vorbei schauen.)

Fazit!

Akzeptieren und hinnehmen – das sind die Gebote der Stunde. Klar wird das nicht von heute auf morgen gehen. Aber versuche, wirklich daran zu arbeiten! Und nicht ewig mit Dir zu hadern. Mit der Situation. Dich in Gedanken „Was wäre, wenn..:“ zu ergehen.

Denn all das bringt überhaupt nichts! Im Gegenteil: Es macht alles eigentlich nur noch schlimmer. Du fühlst Dich so richtig mies. Noch kleiner, als Du gefühlt schon bist. Das willst Du Dir hoffentlich nicht antun…

Er oder sie hatte seine Gründe. Welche das auch sind: Du kannst darüber nur Mutmaßungen anstellen. Du wirst es aller Wahrscheinlichkeit nach niemals sicher wissen. Frage daher nicht ständig nach dem warum.

Sondern kümmere Dich um Dich selbst. Sei gut zu Dir. Gerade jetzt ist das so unendlich wichtig! Rücke Dich und Deine eigenen Bedürfnisse wieder stärker in den Vordergrund. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür, Dinge zu überdenken. Sein Leben neu zu denken – es einfach mal zu versuchen.

Etwas ist zu Ende gegangen. Doch ist es auch eine Chance! Für einen Neuanfang nämlich. Bei dem Du so einiges besser machen kannst…